Szenarien für eine nachhaltige Tierpolitik

Vorgehen:

Zunächst wurden politische Akteure zu entsprechenden Zielbildern und Visionen befragt und öffentliche Webseiten und Dokumente analysiert. Auf dieser Grundlage sollten Szenarien entwickelt und die Folgen dieser geplanten Szenarien für die Umwelt, den Klimaschutz, die Wirtschaft, die Konsument*innen und nicht zuletzt die Tiere analysiert werden, um diese Erkenntnisse der öffentlichen Debatte zur Verfügung zu stellen.

Ergebnisse:

Als ein wichtiges Ergebnis des Vorhabens musste gelten, dass – anders als im Energiesektor – Szenarien und langfristige Zielstellungen für die Tierhaltung kaum entwickelt waren, s. auch

PDF: petrick-fleischwende-policy-paper

Wenn beispielsweise von der Reduktion der Bestände in Deutschland die Rede war, wurde diese selten quantifiziert und mit Folgeanalysen begründet. Sowohl bei Parteien und wirtschaftlichen Interessengruppen als auch im Tier- und Umweltschutzsektor ließen sich auch gruppeninterne Unstimmigkeiten erkennen, welche Form und welchen Umfang die Tierhaltung in Zukunft annehmen soll.
Gemeinsam mit Vertreter*innen großer Tierschutzvereine wurde deshalb eine „Arbeitsgruppe Tierpolitik“ ins Leben gerufen, in der sich Akteure des Tierschutzes bzw. des Tierrechtes auf „Mindestforderungen“ einigen können, tagespolitische Forderungen, die sie gemeinsam tragen können, ohne sich auf gemeinsame Leitvorstellungen und langfristige Ziele einigen zu müssen:

PDF: tierpolitische-mindestforderungen-stand-mai-2016

Ein Schema für die Koordination solcher Mindestforderungen wurde entwickelt; damit lassen sich inhaltliche Gemeinsamkeiten sowie offene, strittige Fragen feststellen.

EXCEL-SHEET: schema_tierpolitische-mindestforderungen

Im Kontext dieses Projektes entstanden zwei Anträge zur Förderung von wissenschaftlichen, transdisziplinären Nachwuchsgruppen. Eine im Rahmen des BMBF- Konzepts "Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel", die erarbeiten soll, welche Maßnahmen politisch zur Verfügung stehen, um den Agrar-Tierhaltungssektor nachhaltig zu gestalten:

PDF: antrag-tierhaltung-und-umweltpolitik

Das Projekt wurde von Gutachtern für relevant befunden, aber schließlich nicht gefördert.

Im Jahr 2016 wurde ein weiterer Projektantrag im Programm "Sozial-ökologische Forschung" des BMBF eingereicht, mit leicht angepassten Inhalten und Methoden sowie neuen Kooperationspartner:

PDF: projektskizze-nutztiere-und-nachhaltigkeit

Auch dieses Projekt wurde für relevant und förderwürdig befunden, erhielt aber am Ende nicht den Zuschlag.

Mögliche Folgeprojekte:

Die Entwicklung der Visionen und Szenarien ist inzwischen weiter fortgeschritten. Daher wäre eine Aufnahme der zentralen Projektidee, der Gegenüberstellung unterschiedlicher tierpolitischer Visionen mit umfassenden umwelt- und tierbezogenen Folgeabschätzungen, weiterhin gewinnbringend.